in: mannaz » innere welten • am: 15. Juli 2008
 


gute anderthalb stunden saß ich da und redete, hörte mir dinge an, führte insgesamt drei dialoge. musste mich auch oftmals wiederholen. denn die drei gesprächspartner saßen nicht gleichzeitig mir gegenüber, sondern wechselten sich ab.

so hübsch nacheinander. ich rede ja gern, und auch gern mal viel. jene, die mich schon mal kennen gelernt haben, wissen das auch. ich sage da irgendwann auch sowas wie “unterbrich mich, wenn es zuviel ist”. aber bei einer bewerbung klingt das sicherlich doof.

außerdem wollten die ja mich hören, ich musste ja reden, wollte es auch. nur überlege ich grad, ob man sich bei den zu erfragenden details nicht ein wenig absprechen könnte. nur mal so am rande, damit der bewerber nicht das gefühl bekommt, er hätte seinen text eigentlich schon als rede oder tonbandaufnahme mp3-datei vorbereiten können. ich überlege, dies nach dem abschluss des bewerbungsprozesses mal zu erwähnen. wenn ich die stelle hab oder auch nicht, ist es für das unternehmen ja nur umso hilfreicher.

irgendwo fand ich das auch schon mal, dass personaler sich feedback wünschen. ob dann solche kritik im vornherein angebracht erscheint, weiß ich nicht so genau. vielleicht steigert es auch die chance, wenn man selbst nicht zu harsch dabei vorgeht.

sollte dieser text nun vom betreffenden unternehmen gelesen werden: verzeiht, wenn ich es nicht schon vorher gesagt habe, mir fiel es im grunde auch erst so richtig ein, nachdem ich das gelände verlassen habe.

anderthalb stunden. für mich grad wie gefühlte anderthalb jahrhunderte. und das auch nur, weil ich bammel habe, weil ich weiß, dass es mitbewerber/konkurrenten gibt. weil ich eine davon sogar kenne. weil ich es mir wünsche, dort anfangen zu dürfen, aber auch weil ich es ihr genauso gönnen würde. weil ich mich seit langem mal wieder in einem entscheidenen gespräch profilieren konnte und musste. weil ich nicht weiß, ob’s gereicht hat. weil …

anderthalb stunden seziert werden. ist nicht so angenehm. besonders nicht, wenn man etwas erreichen will, man tiefer nicht mehr fallen kann (so hofft man — hoffe ich). anderthalb stunden innerer druck. äußerlich gab es den nämlich fast gar nicht.

die atmosphäre war sehr entspannt, ein “du” eher schon pflicht. so sind sie halt, die jungen und frischen unternehmen und ihre mitarbeiter. startup genannt, oftmals in der blogosphäre schon belächelt, aber halt nur die neudeutsche bezeichnung für jene, die sich gerade erst entwickeln und sich selbst im großen haifischbecken behaupten müssen.

mein möglicher arbeitgeber sieht da aber sehr gut aus, steht auch mE auf festen beinen, stimmiges konzept. und sie brauchen verstärkung. während des gesprächs wusste ich auch: ja, sie wollen sich etablieren und brauchen hände.

schon viele fingen sicher mal klein an, gründeten zu zweit eine garagenfirma, hatten erfolg und wuchsen. in anderthalb stunden haben sie es sicher nicht geschafft, aber sie haben es.

anderthalb stunden klingen echt nicht viel. viel schlimmer wird jetzt das warten auf die antwort. im hinterkopf geistert nun so ein kleiner kobold und witzelt rum, piesakt micht, flüstert seltsame dinge ins ohr. wie entspannt ich am freitag wohl nach süddeutschland fliegen und fahren werde? keine ahnung. vielleicht melden sie sich schon noch davor, der ballast wäre dann leichter. je nach inhalt sogar ganz weg. ich übe mich nun in geduld.

anderthalb stunden. ich wünschte, sie würden schon innerhalb dieser zeit anrufen. doch das geht nicht, sie — die andere — ist erst morgen dran. wer noch, weiß ich nicht.

fazit: bewerber setzen sich innerer folter aus, wenn sie sich zuviele gedanken machen. ich muss erstmal den kopf frei bekommen.

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.noch keene meinung bisher ...

.wat sachste?

reiß dir zusammen, gibt disch mühe und mach' ja keenen stress hier!
allet verstanden, dann drückste uffz knöppchen: